Richtig saunieren: Alles über das gesunde Schwitzen

So viele Saunagänge sind sinnvoll – und diese Fehler solltest du vermeiden.

Wie viele Saunagänge sind gesund? Wie lange sollte man dazwischen pausieren? Und ist ein Aufguss eigentlich besser als die klassische Sauna ohne viel Tamtam? Wer einen Thermenbesuch richtig genießen möchte, sollte ein paar Dinge wissen. Wir erklären, worauf es ankommt – von der richtigen Vorbereitung bis zur Abkühlung.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber als ich als junge Erwachsene meine ersten Thermen besucht habe, hatte ich vor allem eines: Begeisterung für alles, was dort angeboten wurde. Da wurde erst einmal eine Runde geschwommen, dann ging es in die Sauna, anschließend wieder ins Wasser. Und wenn irgendwo ein Aufguss angekündigt wurde, war das natürlich ein guter Grund, sofort die Richtung zu wechseln. Schließlich konnte ich mir einen besonders schönen Aufguss doch nicht entgehen lassen!

So kamen an einem einzigen Thermennachmittag mitunter fünf oder sechs Saunagänge zusammen. Mal lagen ordentliche Pausen dazwischen, mal eher nicht. Und ob ich gerade in einer trockenen 90-Grad-Sauna oder in einer feuchteren, deutlich milderen Variante saß, war für mich damals vor allem eine Frage des persönlichen Wohlbefindens. Immerhin hatte ich ziemlich schnell verstanden, dass die unteren Bänke für mich die bessere Wahl waren.

Heute gehe ich das bewusster an. Nicht mit einem minutiös ausgearbeiteten Saunaplan, aber mit ein bisschen mehr Verständnis dafür, was die Wärme im Körper eigentlich bewirkt und warum die Erholung zwischen den Saunagängen mindestens genauso wichtig ist wie das Schwitzen selbst.

Warum Saunieren dem Körper so guttut

Beim Saunieren passiert weit mehr, als dass wir ordentlich ins Schwitzen geraten. Durch die Hitze erweitern sich die Blutgefäße der Haut, die Durchblutung nimmt zu und das Herz schlägt schneller. Der Körper versucht, seine Temperatur zu regulieren, unter anderem durch die Verdunstung von Schweiß. Nach der anschließenden Abkühlung und Erholung normalisieren sich diese Reaktionen wieder.

Regelmäßige Saunabesuche können die Anpassung des Kreislaufs an Wärme unterstützen. Besonders interessant sind dazu wissenschaftliche Untersuchungen aus Finnland, wo die Sauna seit Jahrhunderten zum Alltag gehört. Beobachtungsstudien fanden Zusammenhänge zwischen häufigem Saunieren und einem geringeren Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Verbesserungen der Gefäßfunktion und des Blutdrucks wurden untersucht.

Allerdings ist wichtig, zwischen einem wissenschaftlich beobachteten Zusammenhang und einer nachgewiesenen Ursache zu unterscheiden: Dass regelmäßige Saunagänger in manchen Studien gesünder waren, beweist noch nicht, dass allein das Saunieren dafür verantwortlich ist.

Auch unsere Haut profitiert möglicherweise von der regelmäßigen Wärme. Eine kleinere Untersuchung der Universität Jena zeigte bei regelmäßigen Saunagängern unter anderem eine stabilere Hautbarriere und eine bessere Fähigkeit der Hornschicht, Feuchtigkeit zu speichern. Ein schöner Nebeneffekt – aber natürlich kein Versprechen, dass die Sauna sämtliche Hautprobleme verschwinden lässt.

Und dann ist da noch etwas, das sich nicht allein in Laborwerten ausdrücken lässt: eine halbe Stunde ohne Telefon, Termine und Verpflichtungen. Gerade dieser Wechsel zwischen Wärme, Abkühlung und Ruhe macht für mich einen großen Teil der Erholung aus.

Der perfekte Saunatag beginnt vor dem ersten Aufguss

Wer eine größere Therme besucht, sollte sich zuerst die Saunalandschaft und den Aufgussplan anschauen. Nicht, um möglichst viele Programmpunkte abzuhaken, sondern um zwei oder drei interessante Saunen beziehungsweise Rituale auszuwählen. Vielleicht gibt es einen klassischen Kräuteraufguss, eine besonders schöne Panoramasauna oder ein etwas aufwendigeres Ritual, das man gern erleben möchte.

Dann lässt sich der Besuch wunderbar darum herum gestalten. Man muss nicht nach zehn Minuten von der Ruheliege aufspringen, weil irgendwo gerade der nächste Aufguss beginnt. Und man hat auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man zwischendurch einfach nur entspannt.

Für einen klassischen Saunabesuch empfehlen Fachverbände wie der Deutsche Sauna-Bund zwei bis drei Durchgänge und mindestens zwei Stunden Zeit. Das ist eine bewährte Orientierung, keine Pflichtübung. Wer sich nach zwei Runden wunderbar erholt fühlt, braucht keine dritte. Und wer an einem langen Thermenwochenende mehrere Saunen kennenlernen möchte, kann die Erlebnisse einfach auf verschiedene Tage verteilen.

Wie vielseitig ein solcher Saunatag aussehen kann, zeigt unser ausführliches >>Porträt der THERME Bad Wörishofen mit ihrer große Saunalandschaft und den zahlreichen Themensaunen.

Wie viele Saunagänge sind eigentlich sinnvoll?

Zwei bis drei Saunagänge gelten als bewährte Empfehlung für einen klassischen Saunabesuch. Dabei reichen pro Durchgang in der Regel acht bis 15 Minuten, abhängig von Temperatur, Erfahrung und persönlichem Wohlbefinden. Wer gerade erst anfängt, ist mit zwei kürzeren Durchgängen bestens bedient.

Und was ist nun mit meinen früheren fünf oder sechs Saunagängen? Die waren nicht automatisch gesundheitsschädlich. Aber sie waren eben auch nicht automatisch gesünder. Für einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen von fünf oder sechs Saunagängen an einem einzigen Thermenbesuch gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege. Mit jedem weiteren Gang verlängert sich jedoch die Wärmebelastung, der Körper verliert zusätzliche Flüssigkeit und der Kreislauf wird erneut gefordert.

Interessanterweise zeigen finnische Langzeitstudien durchaus Vorteile bei Menschen, die mehrmals pro Woche saunieren. Das wird allerdings häufig missverstanden: Vier Saunabesuche in einer Woche sind nicht dasselbe wie vier Saunagänge direkt hintereinander an einem Nachmittag. Die Forschung untersucht überwiegend die regelmäßige Saunanutzung über längere Zeiträume und liefert keine genaue Formel für den optimalen einzelnen Thermenbesuch.

Wer also etwas für seine Gesundheit tun möchte, sollte eher an Regelmäßigkeit denken als an möglichst viele Durchgänge an einem Tag.

So läuft ein Saunagang richtig ab

Zunächst wird geduscht und anschließend gründlich abgetrocknet. Trockene Haut kommt in der heißen Kabine schneller ins Schwitzen. Dann geht es mit einem ausreichend großen Handtuch in die Sauna, sodass der gesamte Körper einschließlich der Füße auf dem Handtuch liegt.

Für einen klassischen Saunagang sind etwa acht bis 15 Minuten eine gute Orientierung. Anfänger beginnen besser mit kürzeren Aufenthalten. Wer gern liegt, kann das tun, sollte sich aber vor dem Verlassen der Sauna noch ein bis zwei Minuten aufsetzen, damit der Kreislauf sich wieder an die aufrechte Haltung gewöhnt. Entscheidend ist immer das eigene Körpergefühl: Bei Schwindel, Übelkeit oder Unwohlsein geht es sofort hinaus.

Anschließend folgt die Abkühlung. Zunächst tut etwas frische Luft gut, dann kann man sich mit kühlem Wasser abbrausen. Wer gesund, geübt und an Kälte gewöhnt ist, kann anschließend auch ein Tauchbecken nutzen. Notwendig ist das nicht. Ein Eisbad macht einen Saunagang weder automatisch gesünder noch erfolgreicher.

Und danach? Ruhe! Als praktische Orientierung kann man etwa 15 bis 30 Minuten einplanen, bei Bedarf auch länger. Wichtig ist, dass der Kreislauf sich erholt und der Körper wieder angenehm temperiert ist, bevor es in die nächste Runde geht.

Der Saunagang auf einen Blick

Vorbereitung: Duschen und gut abtrocknen.

Wärme: Etwa 8–15 Minuten, abhängig von Erfahrung, Temperatur und Wohlbefinden.

Abkühlung: Frischluft, anschließend kühles Wasser; Tauchbecken nur bei guter Verträglichkeit.

Ruhe: Ungefähr 15–30 Minuten oder so lange, bis man sich vollständig erholt fühlt.

Wiederholung: In der Regel zwei bis drei Durchgänge insgesamt.

Das ist eine Orientierung für gesunde Erwachsene und kein starrer Zeitplan.

Wie lange sollte die Pause zwischen zwei Saunagängen sein?

Hier liegt wahrscheinlich einer der häufigsten Fehler beim Saunieren. Denn kaum hat man sich abgekühlt, beginnt schon der nächste interessante Aufguss. Und ehe man sich versieht, sitzt man wieder auf der Holzbank.

Nach jedem Saunagang braucht der Körper zunächst eine ordentliche Abkühlung und anschließend Zeit zur Erholung. Etwa 15 bis 30 Minuten Ruhe nach der Abkühlung sind eine sinnvolle praktische Orientierung. Wer länger braucht, nimmt sich mehr Zeit. Es gibt keine wissenschaftlich belegte Minutengrenze, ab der der nächste Durchgang automatisch optimal wäre.

Wichtig ist, dass sich Atmung, Herzschlag und Wärmeempfinden wieder beruhigt haben. Wer noch stark schwitzt, sich erhitzt oder erschöpft fühlt, ist für die nächste Runde möglicherweise noch nicht bereit.

Die Ruhephase beginnt übrigens nicht erst dann, wenn wir das Tauchbecken verlassen. Auch der Weg durch den Außenbereich, etwas frische Luft und das anschließende Abkühlen gehören zum Erholungsprozess. Ein klassischer Thermenbesuch darf deshalb gern zwei bis drei Stunden dauern, obwohl man insgesamt vielleicht nur 25 bis 40 Minuten tatsächlich in der Sauna sitzt.

Trockene oder feuchte Sauna: Darf man wechseln?

Natürlich! Wer unterschiedliche Saunaarten mag, kann sie während eines Thermenbesuchs kombinieren. Es gibt keine medizinische Regel, die vorschreibt, bei allen Durchgängen dieselbe Temperatur oder Luftfeuchtigkeit zu wählen. Die >>Therme Lindau am Bodensee bietet übrigens eine interessante Besonderheit für Saunaeinsteiger: Neben der klassischen textilfreien Saunawelt gibt es dort auch eine Textilsauna und ein Textildampfbad.

Man kann beispielsweise mit einer milden Biosauna beginnen, später eine klassische finnische Sauna besuchen und zum Abschluss ein Dampfbad genießen. Entscheidend ist, die tatsächliche Wärmebelastung und das eigene Wohlbefinden zu berücksichtigen.

In der trockenen finnischen Sauna herrschen oft 80 bis 100 Grad bei niedriger Luftfeuchtigkeit. Der Schweiß kann relativ gut verdunsten und dabei den Körper kühlen. Im Dampfbad sind es dagegen häufig nur 40 bis 50 Grad, dafür ist die Luft fast vollständig mit Wasserdampf gesättigt. Das erschwert die Verdunstung des Schweißes. Deshalb kann sich die feuchte Wärme trotz niedrigerer Temperatur überraschend intensiv anfühlen.

Bringt der Wechsel einen zusätzlichen gesundheitlichen Vorteil? Dafür gibt es bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Die positiven Wirkungen der klassischen Sauna sind wesentlich besser untersucht als die verschiedener Kombinationen aus Trocken- und Feuchtsaunen. Der eigentliche Gewinn liegt also vor allem im unterschiedlichen Wärmeempfinden und in der Abwechslung.

Wer hitzeempfindlich ist, beginnt besser mit milden Temperaturen und wählt die unteren Bänke. Denn je höher man sitzt, desto wärmer wird es. In einer 90-Grad-Sauna können zwischen den Sitzebenen deutliche Temperaturunterschiede liegen.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auffälligen Blutdruckreaktionen oder anderen relevanten Vorerkrankungen sollte vorher ärztlich geklärt werden, welche Wärmebelastung verträglich ist. Mit Fieber, einem akuten Infekt oder deutlichem Unwohlsein gehört man nicht in die Sauna. Auch Alkohol und Saunahitze sind keine gute Kombination.

Saunawelten, für die sich eine kleine Auszeit lohnt

Wer unterschiedliche Saunaarten ausprobieren möchte, findet in manchen Wellnesshotels eine erstaunliche Auswahl. Und das Schöne an einem ganzen Wellnesswochenende: Man muss nicht alles an einem Nachmittag erleben. Heute die finnische Sauna, morgen vielleicht ein Dampfbad oder eine Panoramasauna – ganz ohne Aufguss-Marathon.

Richtig beeindruckend ist die Saunawelt im >>5-Sterne-Superior-Hotel Deimann im Sauerland. Auf 5.000 m² Wellnessfläche verteilen sich elf Themensaunen, mehrere Pools, Naturbadeteiche und großzügige Ruhebereiche. Wer hier seine Lieblingssauna nicht findet, muss vermutlich noch ein bisschen weitersuchen.

Eine kleine Saunareise bietet auch das >>Welcome Hotel Bad Arolsen. Fünf verschiedene Saunen gehören zum 2.000 m² großen Welcome SPA, darunter eine Salzkristallsauna, eine klassische finnische Sauna und eine Panoramasauna im Außenbereich.

Wer Saunieren gern mit Thermalwasser verbindet, ist in >>Hartls Parkhotel in Bad Griesbach gut aufgehoben. Die hauseigene Idun-Therme bietet auf 3.600 m² unter anderem eine 90 Grad heiße finnische Sauna, eine mildere Biosauna, eine Dampfgrotte und eine Infrarotkabine. Dazu kommen verschiedene Thermalbecken und Ruhebereiche.

Alle drei Hotels gehören zu unserer ausgewählten Wellturana-Kollektion und bieten reichlich Gelegenheit, das neu erworbene Saunawissen gleich in die Praxis umzusetzen. Noch mehr Inspiration für den nächsten Thermenbesuch findest du in unserer Auswahl der >>zehn schönsten Thermen Deutschlands.

Mit vollem oder leerem Bauch in die Sauna?

Auch hier gilt: Die Extreme sind keine besonders gute Idee.

Direkt nach einem üppigen Mittagessen sollte man nicht in die Sauna gehen. Nach einer großen Mahlzeit ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt, während gleichzeitig die Hitze das Herz-Kreislauf-System beansprucht. Das kann unangenehm werden und bei empfindlichen Menschen Kreislaufbeschwerden begünstigen.

Völlig nüchtern, womöglich seit dem Frühstück ohne etwas gegessen zu haben, ist allerdings ebenfalls nicht ideal. Wer hungrig, schwach oder bereits etwas kreislaufinstabil ist, tut sich mit der zusätzlichen Hitze keinen Gefallen.

Am besten ist eine leichte Mahlzeit mit ausreichend zeitlichem Abstand. Nach einem großen Essen kann es sinnvoll sein, etwa ein bis zwei Stunden zu warten. Das ist allerdings eine Faustregel, keine wissenschaftlich festgelegte Mindestfrist.

Ein leichter Snack zwischendurch ist völlig in Ordnung. Ein ausgiebiges Drei-Gänge-Menü würde ich dagegen lieber auf die Zeit nach der Sauna verschieben.

Trinken nicht vergessen: Schwitzen ist kein Entwässerungsprogramm

Beim Saunieren verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte. Wie viel genau, hängt von Temperatur, Aufenthaltsdauer, Körpergröße und individueller Schweißproduktion ab. In einer heißen Sauna können durchaus einige Hundert Milliliter Schweiß zusammenkommen.

Deshalb sollte man bereits gut hydriert in den Saunabereich gehen und die Flüssigkeitsverluste anschließend ausgleichen. Bei einem längeren Thermenaufenthalt sind regelmäßige Trinkpausen sinnvoll, besonders wenn man zwischendurch schwimmt oder körperlich aktiv ist.

Wasser ist dafür normalerweise völlig ausreichend. Wer sehr lange oder stark schwitzt, kann auch auf eine mineralstoffhaltige Flüssigkeitszufuhr achten. Alkohol gehört dagegen nicht zum Saunaprogramm: Er beeinträchtigt unter anderem die Kreislaufregulation und erhöht das Risiko für Schwindel und Unfälle.

Und nein: Was die Waage nach einem ausgiebigen Saunatag weniger anzeigt, ist kein weggeschwitztes Körperfett, sondern überwiegend Wasser. Das holen wir uns hoffentlich möglichst bald wieder zurück.

Warum die Abkühlung so wichtig ist

Die Abkühlung ist nicht bloß ein angenehmer Abschluss, sondern ein wesentlicher Bestandteil des klassischen Saunarituals. Während der Hitze erweitern sich die Blutgefäße der Haut, der Puls steigt und der Körper versucht, Wärme abzugeben. Beim Abkühlen verändert sich die Gefäßregulation erneut, während der Körper seine erhöhte Temperatur wieder reduziert.

Doch welche Abkühlung ist eigentlich die beste?

Frische Luft: Nach dem Saunagang sind zunächst einige Minuten an der frischen Luft angenehm. Man kann ruhig ein wenig gehen und durchatmen, sollte aber vermeiden, auszukühlen.

Kalte Dusche oder Wasserschlauch: Mit kühlem Wasser lässt sich die Körperoberfläche gezielt abkühlen. Wer sich an kaltes Wasser gewöhnen möchte, beginnt beispielsweise an Füßen und Beinen und arbeitet sich langsam weiter vor. Bei Kreislaufproblemen ist ein behutsamer Temperaturwechsel besonders wichtig.

Tauchbecken: Das kalte Wasser bewirkt eine sehr schnelle Abkühlung. Gleichzeitig kann der plötzliche Kältereiz Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz stark beeinflussen. Deshalb ist das Tauchbecken kein Muss und bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht empfehlenswert.

Eis oder Schnee: Das Abreiben mit Eis oder ein kurzer Aufenthalt im Schnee gehört zu manchen nordischen Saunaritualen. Der starke Kältereiz kann sehr erfrischend wirken, ist aber für den gesundheitlichen Nutzen des Saunierens nicht erforderlich. Auch hier gilt: keine Mutproben und besondere Vorsicht bei Kreislauferkrankungen.

Wissenschaftlich interessant ist, dass die Art der Abkühlung die körperliche Reaktion tatsächlich verändert. Untersuchungen zeigen, dass Wasserabkühlung die Körpertemperatur und Kreislaufreaktionen anders beeinflussen kann als die reine Abkühlung an der Luft. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass eiskaltes Wasser grundsätzlich gesünder ist.

Entscheidend bleibt, dass die Abkühlung zur eigenen Gesundheit und Erfahrung passt. Wer sich mit einer kühlen Dusche rundum wohlfühlt, muss nicht ins Eisbecken springen, nur weil nebenan jemand besonders entschlossen aussieht.

Aufgüsse: Wenn aus heißer Luft ein Erlebnis wird

Für viele Saunafans ist der Aufguss der Höhepunkt des Besuchs. Wasser wird auf die heißen Saunasteine gegeben, die Luftfeuchtigkeit steigt kurzzeitig stark an und die Wärme fühlt sich plötzlich wesentlich intensiver an. Mit einem Handtuch oder Fächer verteilt der Saunameister den heißen Wasserdampf im Raum.

Häufig kommen Duftstoffe hinzu, die das Erlebnis prägen. Von frischem Eukalyptus über Minze bis zu Orange oder Kräutermischungen ist heute beinahe alles möglich.

Dabei sollte man eines wissen: Ein Aufguss ist in erster Linie ein intensiveres Wärme- und Dufterlebnis, keine medizinische Behandlung. Zwar können bestimmte Düfte als angenehm, erfrischend oder entspannend empfunden werden. Für die oft beworbenen spezifischen Heilwirkungen einzelner Saunaaufgüsse gibt es aber meist keine ausreichend belastbaren wissenschaftlichen Nachweise.

Kleine Duftkunde: Beliebte Saunaaufgüsse

Eukalyptus: Frisch, kräftig und leicht medizinisch im Duft. Wird häufig als befreiend für die Atmung empfunden, ersetzt aber keine Behandlung von Atemwegserkrankungen.

Minze und Menthol: Sorgen für ein ausgeprägtes Frischegefühl. Menthol aktiviert Kälterezeptoren – auch wenn die Luft dadurch natürlich nicht kühler wird.

Orange und Zitrone: Fruchtig, leicht und von vielen als belebend wahrgenommen. Besonders angenehm, wenn man schwere Kräuterdüfte nicht mag.

Lavendel: Blumig und ruhig im Charakter. Wird gern bei Entspannungsaufgüssen eingesetzt; die individuelle Duftwahrnehmung spielt eine große Rolle.

Fichte und Kiefer: Erinnern an einen Waldspaziergang und gehören zu den Klassikern in vielen Saunalandschaften.

Birke: Frischer, grüner Duft, der besonders gut zu nordischen Saunaritualen passt.

Kann man verschiedene Aufgüsse kombinieren? Ja, grundsätzlich spricht für gesunde Erwachsene nichts dagegen, bei getrennten, gut vertragenen Saunagängen unterschiedliche Düfte auszuprobieren. Entscheidend sind ausreichende Erholung und die gesamte Wärmebelastung, nicht die Zahl der Duftsorten. Wer empfindlich auf Duftstoffe reagiert oder Atemwegsprobleme hat, sollte entsprechend vorsichtig sein. Ätherische Öle können auch Reizungen auslösen.

Gerade bei beliebten Erlebnisaufgüssen lohnt es sich deshalb, vorher zu überlegen, welche man wirklich mitmachen möchte. Drei Aufgüsse direkt hintereinander sind nicht automatisch ein größeres Wellnesserlebnis als einer, den man in aller Ruhe genießt.

Saunieren rund um die Welt: Von Birkenzweigen bis zum Fjord

Die Deutschen lieben ihre Aufgusspläne. Anderswo ist das Schwitzen häufig noch stärker mit Traditionen, Natur oder gemeinschaftlichen Ritualen verbunden. Einige dieser Saunakulturen sind so besonders, dass sich allein dafür eine Reise lohnen könnte.

Saunarituale aus aller Welt

Finnland – der Ursprung unserer klassischen Sauna

Die finnische Sauna gehört zum kulturellen Alltag. Charakteristisch ist der Löyly, der Wasserdampf, der beim Aufguss auf die heißen Steine entsteht. Häufig wird anschließend im See gebadet – im Winter mancherorts sogar in einem Eisloch. Das ist eine Tradition, keine gesundheitliche Verpflichtung.

Russland – die Banja und ihre Birkenzweige

In der russischen Banja ist die Luft meist feuchter als in der klassischen finnischen Sauna. Besonders typisch sind die Weniks: Bündel aus Birken- oder Eichenzweigen, mit denen der Körper rhythmisch abgeklopft oder bestrichen wird. Dabei werden Wärme und Dampf gezielt verteilt. Was zunächst etwas rustikal aussieht, ist ein jahrhundertealtes Ritual.

Norwegen – Schwitzen mit Fjordblick

In Norwegen erlebt die traditionelle Badstue eine Renaissance. Besonders beliebt sind schwimmende Saunen oder kleine Saunahäuser direkt an Fjorden und Seen. Nach dem Schwitzen geht es für viele direkt ins Wasser. Allein die Aussicht dürfte dabei schon ihren Teil zur Entspannung beitragen.

Estland – die geheimnisvolle Rauchsauna

Die traditionelle Rauchsauna, Suitsusaun, wird ohne klassischen Schornstein aufgeheizt. Der Rauch zieht während des Heizens durch den Raum und wird vor dem Saunieren abgelassen. Das Ritual ist tief in der regionalen Kultur verwurzelt; die Rauchsaunatradition von Võromaa gehört sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe.

Türkei – der Hamam

Im türkischen Hamam steht weniger das heiße Schwitzen als das Zusammenspiel aus feuchter Wärme, Reinigung und Körperpflege im Mittelpunkt. Typisch sind erwärmte Steinflächen, Peelings mit einem speziellen Handschuh und ausgiebige Schaumwaschungen. Ein ganz anderes Erlebnis als die finnische Sauna – aber nicht weniger entspannend.

So könnte ein entspannter Saunabesuch aussehen

Wer seinen Thermenbesuch bewusst planen möchte, kann sich an diesem Beispiel orientieren. Es ist kein Pflichtprogramm, sondern eine praktische Möglichkeit, Wärme, Abkühlung und Ruhe sinnvoll miteinander zu verbinden.

PhaseBeispielhafter Ablauf
AnkommenDuschen, abtrocknen, Saunalandschaft und Aufgussplan anschauen
Erster Gang8–10 Minuten in einer milden Sauna
AbkühlenFrische Luft und eine kühle Dusche
Erste Ruhephase20–30 Minuten entspannen
Zweiter Gang10–15 Minuten finnische Sauna, auf Wunsch mit Aufguss
AbkühlenFrischluft, Dusche oder bei guter Verträglichkeit Tauchbecken
Zweite Ruhephase20–30 Minuten entspannen, gegebenenfalls etwas trinken
Optionaler dritter GangEine weitere gut verträgliche Sauna oder ein Dampfbad
AbschlussAbkühlen, ausruhen und Flüssigkeit ersetzen

Wie oft sollte man saunieren, damit es wirklich etwas bringt?

Wer die Sauna regelmäßig besuchen möchte, muss dafür nicht gleich drei Termine pro Woche im Kalender blockieren. Ein Saunabesuch pro Woche kann eine gut umsetzbare Routine sein. Wissenschaftliche Beobachtungsstudien deuten zwar darauf hin, dass häufigeres Saunieren mit bestimmten gesundheitlichen Vorteilen verbunden sein kann. Daraus lässt sich aber keine allgemeingültige optimale Anzahl ableiten.

Viel wichtiger ist, dass sich der Saunabesuch angenehm in den Alltag integrieren lässt. Schließlich soll er etwas sein, worauf man sich freut – und nicht die nächste Verpflichtung auf einer ohnehin schon ziemlich langen Liste.

Ich schaue mir inzwischen bei einem Thermenbesuch zuerst an, welche Saunen es gibt und wann die interessantesten Aufgüsse stattfinden. Dann entscheide ich, was ich erleben möchte, und plane die Ruhephasen gleich mit ein. Das klingt vielleicht etwas weniger spontan als früher. Tatsächlich macht es den Besuch aber viel entspannter.

Und wenn der schönste Aufguss ausgerechnet dann stattfindet, wenn ich gerade wunderbar auf einer Liege eingeschlafen bin? Dann verpasse ich ihn eben.

Die Sauna läuft schließlich nicht weg.


Quellen und weiterführende Informationen

  • Deutscher Sauna-Bund: Zehn Goldene Regeln für gesundheitsförderndes Saunabaden – Empfehlungen zu Dauer, Abkühlung, Erholung und Anzahl der Saunagänge.
  • Laukkanen et al. (2018), Mayo Clinic Proceedings: Cardiovascular and Other Health Benefits of Sauna Bathing: A Review of the Evidence.
  • Hussain & Cohen (2018): Clinical Effects of Regular Dry Sauna Bathing: A Systematic Review.
  • Kowatzki et al. (2008), Dermatology: Effect of Regular Sauna on Epidermal Barrier Function and Stratum Corneum Water-Holding Capacity.
  • UNESCO: Smoke Sauna Tradition in Võromaa.

Hinweis: Die Empfehlungen richten sich an grundsätzlich gesunde Erwachsene. Wer Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere relevante Vorerkrankungen hat, sollte die individuelle Verträglichkeit von Saunagängen und starken Kältereizen ärztlich abklären.



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Bildnachweise: Panoramasauna, Naturbadeteich & Lounge©Romantikhotel Deimann in Schmallenberg; Paar im Bademantelgang und Paar auf der Liege©Hartls Parkhotel Bad Griesbach; Mann unter Wasserkübel & Saunabereich mit Tauchbecken@Romantik Landhotel Doerr in Bad Laasphe; Paar in Finnischer Sauna©Göbels Quellenhof in Bad Wildungen; Sauna & Hamam©Welcome Hotel Bad Arolsen

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